Das Johanniskraut | Pflanze des Monats November



Johanniskraut ist eine Sonnenpflanze, die zu „Johannis“ rund um den 24. Juni blüht, wenn die Sonne am höchsten steht. In den kalten, düsteren Monaten des Jahres helfen Zubereitungen des Johanniskrauts bei psychischen Beschwerden, Licht und Wärme zu bringen. Sehr bekannt ist auch das Johanniskrautöl mit seiner typischen roten Farbe.

Botanisch ist das, in Mitteleuropa weit verbreitete, Johanniskraut eine ausdauernde Staude, die bis zu 100cm hoch werden kann. Volksmedizinisch wird das Johanniskraut auch als Johannisblut, Hexenkraut, Blutkraut oder Christiwundkraut bezeichnet. Die goldgelben Blüten erscheinen wie helle Sonnenstrahlen. Zerreibt man die Blütenblätter zwischen den Fingern, so verfärben sie sich jedoch blutrot. Verantwortlich dafür ist der Inhaltsstoff Hypericin in den Kronblättern. Hält man die kleinen Blätter gegen das Licht, so werden kleine helle Punkt sichtbar – es scheint, als wäre die Pflanze durchlöchert. Tatsächlich handelt es sich um Sekretbehälter, die eine helle Flüssigkeit aus Harz und ätherischem Öl enthalten.

Foto: Hr. Furtlehner Kräuterhandel

Als Trockenextrakt findet das Johanniskraut erfolgreich Anwendung bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Die Wirksamkeit ist durchaus vergleichbar mit jener synthetischer Antidepressiva. Entscheidend ist dabei die die richtige Dosierung. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 300 bis 900 mg Johanniskrautextrakt, aufgeteilt auf drei Einzeldosen. Zu beachten sind jedoch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln – wir beraten Sie diesbezüglich gerne! Eine Kombination von Johanniskraut mit synthetischen Antidepressiva darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Auch als Arzneitee kann Johanniskraut genossen werden, die Wirkung ist jedoch schwächer als jene des Extraktes.

 

Das beliebte Johanniskrautöl wird durch Ansetzen des Krautes mit einem fetten Pflanzenöl wie beispielsweise Oliven- oder Sonnenblumenöl hergestellt. Es wird äußerlich erfolgreich bei Wunden, Verbrennungen, Sonnenbrand, Hautirritationen und auch stumpfen Verletzungen eingesetzt.

In der Homöopathie wird das Johanniskraut „Arnika der Nerven“ genannt und bei Verletzungen der Nerven bzw. nervenreichem Gewebe sowie bei Stichverletzungen verwendet.

 

Mag. pharm. Kornelia Baumgartner